L… wie Loslassen

Ich will nicht behaupten, dass ich das schon kann. Aber ich erlebe erste Erfolge.

Meditation hilft dabei, genauso wie die Stabilisierungsübungen. Ich erlebe mehr Gelassenheit im Umgang mit anderen und dadurch auch mit mir selbst.

Es ist schwer, von Wünschen, Sehnsüchten und Träumen loszulassen, die ich nicht erfüllen konnte, auch wenn es nicht in meiner Hand lag.

Es ist schwer, hinzunehmen, dass ich keine Kinder haben werde, nicht die Familie, die ich mir wünsche, meiner Angst vor Einsamkeit zu begegnen. Mich der Trauer darüber zu stellen, dass so vieles auf der Strecke geblieben ist, weil ich mit den inneren Dämonen der Depression kämpfen musste, bis keine Energie mehr da war. Dass meine Angst mich so gelähmt hatte, dass ich lieber die unglaublichen Schmerzen der Einsamkeit ertragen konnte als das Risiko einzugehen, noch einmal so schmerzhaft verlassen zu werden.

Da stehe ich nun, mit so vielen widerstrebenden Gefühlen, und versuche, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Nicht damit zu hadern, nicht auf mir selbst herumzuhacken, nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken, aber auch nicht vagen Träumen nachzuhängen.

Leicht ist das alles nicht. Aber bevor ich nicht einiges losgelassen habe, wird kein Platz für etwas neues sein, davon bin ich überzeugt.

K… wie Konflikte

Diese Woche war sehr anstrengend.

Als ich meiner Therapeutin davon erzählte – wir hatten nur drei Wochen Pause! – kam es mir vor, als wären dazwischen Monate gewesen, so viel hatte sich ereignet.

Ich will alles wissen!

A… wie Achtsamkeit

Achtsamkeit ist ein Thema, das mich seit mehreren Jahren begleitet, und noch immer fällt sie mir im Alltag sehr schwer.

Beispiel gefällig? Nachdem ich mir eben etwas zu Essen gemacht habe, habe ich „nebenbei“, also während der Nahrungsaufnahme, in einer Zeitschrift gelesen. Dass das nicht achtsam ist, fiel mir dann doch selbst auf 😉

Allein zu essen finde ich aber auch eine der schwierigsten Übungen. Das Essen bewusst zu genießen ist dann fast unmöglich, wenn man sich so alleinallein fühlt.

Aber ich denke, es lohnt sich, weiter dran zu bleiben. Ich habe die Zeitschrift beiseite gelegt, versucht, die verschiedenen Aromen wahrzunehmen und dankbar zu sein, dass ich für mich sorgen kann, dass es mir materiell an nichts fehlt und dass ich in der LAge bin, überhaupt wieder Anteil an bestimmten Dingen zu nehmen. Für Achtsamkeit braucht es schon einiges an eigener Energie.

Das wöchentliche Yoga ist ebenfalls sehr hilfreich dabei, auch wenn ich dort ebenfalls immer wieder spüre, wie schwer es ist, im Moment zu sein, bei mir zu bleiben, meinen Körper in den Mittelpunkt zu stellen und nicht ständig den Geist rattern zu lassen.

Zu Hause selbst Yoga zu üben, ist momentan für mich nicht möglich. Ich scheine dafür nicht die Energie zu haben, mich allein mit Yoga zu beschäftigen. Aber ich denke, das kommt irgendwann auch noch.

 

Und Du.. wo bist Du..

Austausch mit anderen Betroffenen.

Ich habe bisher gedacht, das sei nichts für mich. Weder hinsichtlich der Depression noch in Bezug auf meine andere chronische Krankheit. Meine Meinung entstand aus bisherigen stationären und ambulanten Schulungen und Gesprächsgruppen.

Und nun stelle ich fest, wie entlastend es sein kann, mit einem Freund über die akuten Phasen (ich habe aktuell ein paar Wochen und übers Leben betrachtet ein paar Jahre Vorsprung) und die familiären Probleme zu sprechen. Jemand, der versteht, den ich verstehe. Der mich besucht hat, den ich besuche, wenn nichts anderes mehr geht.

Und eine Schulungswoche mit anderen Typ 1ern, die auch nicht besser als ich klarkommen, obwohl sie mir teils etliche Jahre voraus sind. Die zum Teil Werte haben, die auch miserabel sind. Die sich im Alltag mit den gleichen Problemen herumschlagen, und denen erstaunlicherweise ich auch Tipps geben kann.

Es ist so ENTLASTEND!

Ich fühle mich immer schuldig, dass ich so schlecht zurecht komme. Dass ich oft nicht mehr die Disziplin aufbringe, mich ausreichend um meine Gesundheit zu kümmern.

Und nun darf ich erstmals erleben, dass Menschen, die wie ich mitten im Leben stehen, genauso schwanken, kämpfen, auch ihre Rückschläge und Fragen haben.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.

 

Neblige Lichter.

Ich weiss nicht, ob die Depression – ich nenne sie übrigens Dennis – sich gerade besonders stark wehrt, weil es ihr endlich an den Kragen geht, oder ob das nur ein Zwischenspiel ist.

Tatsache ist, dass es mir streckenweise richtig elend geht, alles tut weh, alles ist zuviel, Teilnahme am Leben wie sonst kaum vorstellbar.

Aber auf einem kurzen Spaziergang gestern kamen mir (wieder) zwei Dinge in den Sinn:

1) Ich will meine beste Freundin sein.

Ich will gern Zeit mit mir verbringen, ich will Nachsicht mit mir üben, mich gern haben, meine Schwächen akzeptieren, für mich da sein, mich auf mich selbst verlassen.

 

2) Ich habe alles in mir, was nötig ist, um ein zufriedenes Leben zu führen.

Ich habe die Kraft, den Verstand, die Gefühle, die Talente, die es mir ermöglichen werden, mit dieser und mit allen anderen Krisen fertig zu werden.

Nicht nur das Leid und die Schmerzen sind in mir, sondern auch alles Positive, die Energie, das Wissen.

Darauf will ich vertrauen.

 

Beides sind Entscheidungen, die ich immer wieder treffen muss, weil sie mir immer wieder abhanden kommen, wenn die Dinge nicht gut laufen.

Ich möchte mich immer wieder daran erinnern, Vertrauen zu haben. Das fällt mir sehr schwer, aber mit Übung müsste da doch was gehen 😉

Everybody says don’t (Stephen Sondheim: Anyone can whistle)

Everybody says don’t
Everybody says don’t
Everybody says don’t
it isn’t right
Don’t
it isn’t nice

Everybody says don’t
Everybody says don’t
Everybody says don’t
Walk on the grass
Don’t disturb the peace,
Don’t skate on the ice

Well I say do,
I say
Walk on the grass it was meant to feel
I say sail
till to the windmill
And if you fail you fail

Everybody says don’t
Everybody says don’t
Everybody says don’t
Get out of line
When they say that then
Lady that’s a sign
Nine times out of ten
Lady you are doing just fine

Make just a ripple
Come on be brave
This time a ripple
Next time a wave!

Sometimes you have to start small
Climbing the tiniest wall
Maybe you’re going to fall
But it is better than not starting at all

Everybody says no stop
Mustn’t rock the boat,
Mustn’t touch a thing

Everybody says don’t
Everybody says wait
Everybody says
Can’t fight city-hall
Can’t upset the court
Can’t laugh at the king
Well I say try
I say laugh at the kings or they’ll make you cry
Lose your poise
Fall if you have to
But lady make a noise

Yes
Everybody says don’t
Everybody says can’t
Everybody says wait around for miracles
That’s the way the world is made
I insist on miracles
If you do them
Miracles
Nothing to them
I say don’t

Don’t be afraid!