Lachen über Depressionen?

Sowas darf man nur als Betroffener. Natürlich übertrieben, aber auch wahr.

Übrigens nervt mich, dass die meisten Vortragenden, gerade im Bereich des Poetry Slams, die gleiche Art des Vortrags haben. Gehen die alle zu dem selben Lehrer? Oder steckt das an, weil man bei Lesungen nur auf andere Slammer trifft?

Ministerium für Glück und Wohlbefinden.

Ich las darüber in einem Magazin: Das MfGW  ist das Ergebnis der Arbeit von Gina Schöler und Daniel Clarens aus dem Master-Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule Mannheim.

Die Idee finde ich ganz wundervoll und frage mich, warum sie mir erst jetzt über den Weg läuft. Ich interessiere mich nämlich sehr für gesellschaftliche Fragen wie die, Alternativen zur Wohlfahrtsmessung durch Wirtschaftswachstum zu finden.
Natürlich kann ein einzelnes Ministerium nicht alles verändern, aber der Gedanke ist bestechend.

Gerne würde ich in einem Ministerium für Glück und Wohlbefinden arbeiten. Sehr gerne.

Besser.

  • Sport. Sport hilft fast immer. Ich werde bei den sommerlichen Temperaturen nur so faul, aber es hilft nichts: Sport MUSS.
  • Alternativen. Bewerbungen schreiben macht keine Laune. Aber es ist jetzt einfach dran.
  • Mit Freunden abhängen. Gar kein großes Programm, einfach Balkonien oder auf einer Decke im Park oder Essen gehen.
  • Dem inneren Kind Raum geben. Wenn es auf den Rummel darf, hat es an manchen Dingen einfach Spaß. Die paar Euro für Karrussel und anderen Quatsch sind gut investiertes Geld.
  • Abschalten üben. Das muss ich tatsächlich üben, damit mich der Stress nicht auffrisst. Das will ich nicht noch einmal erleben, also werde ich üben, auf Abstand zu gehen.

Ainsley Johnstone, Matthew Johnstone: Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

Ich fand es immer schwer, anderen Menschen zu erklären, wie sich die Depression anfühlt. Wie sich mein Erleben verändert. Und ganz besonders, was ich mir von ihnen wünschen würde.

„Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren“ ist eine gute Grundlage, dem eigenen Umfeld eine Hilfestellung an die Hand zu geben.

Es ist so etwas wie ein Bilderbuch zur Depression – die von Winston Churchill als „Schwarzer Hund“ bezeichnet wurde.

Matthew Johnstone litt an einer Depression, seine Frau Ainsley war bei der Bewältigung eine Stütze. Seine Erfahrungen beschrieb Matthew im Buch „Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte“

Ich weiss nicht, warum ich das Buch für die Angehörigen besitze und nicht das für die Betroffenen. Ich habe es seinerzeit gekauft, als Geschenk verpacken lassen und in meinen Nothilfekoffer gelegt. Vielleicht war ich beim Kauf gerade in einer schweren Phase und unkonzentriert. Vielleicht war auch dieses Buch vorrätig und das andere nicht.

Ich würde es auf jeden Fall empfehlen für alle Menschen, denen es daran liegt, ein Grundverständnis für die Depression zu bekommen, ohne selbst betroffen zu sein. Die wesentlichen Aspekte sind kurz geschildert und mit einem eindringlichen Bild versehen für jeden verständlich. Ich würde sogar sagen, dass größere Kinder von diesem Buch profitieren können, wenn z.B. ein Elternteil an einer Depression leidet.

Klare Empfehlung für dieses Buch.

Count your blessings!

Immer wieder vernachlässige ich mein Glückstagebuch. Ich schreibe das nicht auf, um das noch Jahre später nachlesen zu können (mit manchen kryptischen Sätzen könnte ich auch nicht mehr viel anfangen), sondern um mir bewusst zu machen, was gut an einem Tag war. Manchmal nur Kleinigkeiten, manchmal große Dinge. „Wer schreibt, der bleibt“, und was man ausspricht oder aufschreibt, gewinnt einen anderen Stellenwert, wird ein bißchen greifbarer.

Für heute freue ich mich über

– eine sehr schöne und entspannende Yogapraxis
– einen trockenen Heimweg
– Post und Fotos von meiner Schwester
– ein Küßchen von einer Kollegin
– Visionen mit der Lieblingskollegin
– pünktlichen Feierabend

 

 

 

 

 

Musik

Musik hilft. Vor allem live.

Ich gehe gern auf Konzerte, vor allem in kleinen Läden, wo man das Gefühl hat, der oder die da vorne singen wirklich für mich.

Gestern abend sang Frank Spilker für mich, nur für mich (und vielleicht vierzig andere), nur mit der Akustikgitarre, Songs von den Sternen und von der Frank Spilker Gruppe.

Wie er selbst sagte, kamen die depressiven Lieder beim Publikum besser an als die anderen. Aber wenn Depressionen so kämpferisch daherkommen, machen sie auch Mut. Als wüßte jemand wirklich, wie es sich anfühlt, depressiv zu sein, und trotzdem nicht aufzugeben.

Wahr ist, was wahr ist. Danke Frank.