So mittel.

Die letzte Zeit hatte wieder allerlei Höhen und Tiefen parat. So richtig werde ich mich an diese Schwankungen wohl nie gewöhnen, aber ich übe mich in Gelassenheit.

Außer es macht mich jemand so richtig wütend.

Experiment Mann läuft zur Zeit gar nicht. Im Umfeld finden sich wieder die ungewöhnlichsten Paare, und obwohl ich nicht mit der jeweiligen Frau tauschen möchte, bin ich doch ein bißchen neidisch.

Zwar hatte ich Freitag auch eine Art Date, der Mann war auch recht nett, hatte aber leider eine sehr feuchte Aussprache. Es gibt ja kaum etwas unerotischeres als das Gefühl, ständig besprüht zu werden.

Dann habe ich mich tatsächlich mal bei einer Online-Plattform angemeldet, bei einer sehr kleinen, und der erste Mann, mit dem ich mir geschrieben habe, meldet sich ab, weil er das Online-Dating über hat. Abgesehen davon, dass er mich noch gar nicht kennt: ich fühle mich trotzdem verarscht. Es gibt da nur so zehn, zwanzig Männer, die räumlich und altersmäßig für mich interessant sind, und er war mir zunächst am symathischsten. Warum muss das schon enden, bevor es beginnt?

Einer der zehn bis zwanzig ist mir sogar bekannt und Teil eines der frischen Pärchen. Ich halte ihn für einen sehr schwierigen Mann mit komplizierten Lebensumständen und habe mich daher nie näher herangetraut. Trotzdem bin ich jetzt ein kleines bißchen entäuscht. Komisch, oder?

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Lachen über Depressionen?

Sowas darf man nur als Betroffener. Natürlich übertrieben, aber auch wahr.

Übrigens nervt mich, dass die meisten Vortragenden, gerade im Bereich des Poetry Slams, die gleiche Art des Vortrags haben. Gehen die alle zu dem selben Lehrer? Oder steckt das an, weil man bei Lesungen nur auf andere Slammer trifft?

Stimmungstief

Nach einem schönen Freitag und Samstag ein extremer Durchhänger am Sonntag.

Ist das normal? Geht es abwärts?

Ich kann schlechte Tage schwer ertragen. Es könnten immer auch Vorboten einer depressiven Episode sein. Wie geht es mir eigentlich? Ich kann es gar nicht so recht sagen.

Momentan fällt es mir schwer, mir etwas gutes zu tun. Sport fällt noch eine Weile aus, draußen ist das Wetter so lala, Kultur hilft nur punktuell.

Samstag war ich zu einem wirklich schönen Geburtstag eingeladen. Es hat viel Spaß gemacht, und die anderen Gäste zwischen acht und achtzig waren alle sehr kontaktfreudig und nett.

Aber ach: allein, allein, allein, allein. Außer zwei der verwitweten Verwandten waren alle als Paar da. Ich glaube, das war es, was mich im Nachgang so mürbe gemacht hat.

Das ewige alte Gefühl, ich werde doch nie jemanden finden, der zu mir passt und mein Leben mit mit teilt. Das Gefühl, unvermittelbar zu sein. Wie ein altes Tier im Heim, weil alle nur die niedlichen Jungtiere wollen und nicht die alte Katze mit ihren Ticks.

Ich fühle mich dann wie ein einziger Makel. Zu dick, zu gestört, zu intelligent, zu schwierig.

Ein Teil meines Gehirns weiss, dass das nicht die ganze Realität ist. Dass es sich nur so anfühlt, aber nicht die Wahrheit ist.
Der andere Teil meines Selbsts ist die Anstrengung leid, der Hoffnung müde, kann das Aushalten dieses Zustandes nicht mehr ertragen.

W… wie Werther-Effekt

Ich weiss nicht, ob es Menschen gibt, die bei einer schweren depressiven Episode noch nicht an Suizid gedacht haben.

Es erscheint in den dunkelsten Stunden des Lebens als einziger Ausweg.

Schlimm, wenn Massenmedien dann den Suizid einer prominenten Person auf eine detaillierte Art und Weise beschreiben. Zu Recht verzichten verantwortungsvolle Medien auf Details, Glorifizierung und alles reißerische, um nicht Nachahmungen auszulösen.

Leider wurde wie so oft im Fall von Robin Williams diese Handlungsweise von verschiedenen auch seriösen Medien missachtet.

Sie sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein, die bereits gefährdete Menschen mitunter den letzten Impuls zur Tat geben kann.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat eine Empfehlung zur Berichterstattung über Suizid entwickelt, auf die gar nicht dringend genug hingewiesen werden kann!

Medienguide der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Ich selbst versuche übrigens, bei aller Anteilnahme nicht zuviel über einen prominenten Suizid zu erfahren. Die Berichterstattung über Robert Enke konnte ich erst in diesem Jahr überhaupt in Teilen lesen, in Nachfolge zum Tode von Andreas Biermann, und selbst da hat sie mich sehr erschüttert.

Traumdeutung: Zum Kotzen.

Teil 3: So etwas wie Erbrechen.

Ich bin nicht sicher, aber ich habe den Eindruck, dass dieser Traum nur in Verknüpfung mit Familienmitgliedern auftritt.

Ich habe den Mund voller Brocken irgendeines Essens, das ich aus dem Mund entfernen will, aber es zieht klebrige Fäden, ich werde es nicht los, mein Mund wird nie leer.

Es ist eklig, ich versuche es, in ein Taschentuch zu spucken, aber es gelingt nicht.

Irgendeine Deutungshilfe?

Ich denke spontan daran, dass in meiner Familie nie ehrlich gesprochen werden durfte, dass immer das Gefühl blieb, an allem ersticken zu müssen, was n mir vorging.

Da bin ich wieder.

Die Pause war gar nicht geplant, und sie war ganz schön lange, oder? Ich musste sogar ein neues Passwort anfordern, weil ich mich nicht erinnern konnte.

Es ist so viel passiert in der Zwischenzeit.

Positives wie Herausforderndes.

Ein winziges Stück habe ich die Depression mehr in mein Leben integriert. Habe mich auf neue Situationen und andere Menschen eingelassen.

Habe wieder ein „Experiment Mann“ gewagt, das leider nicht erfolgreich war, weil wir nicht zueinander passen. Obwohl ihm das auch klar war und er die Trennung forciert hat, hat er mir neulich eine aggressive Mail geschickt. Verstehe einer die Männer.

Ich bin momentan ziemlich erschöpft, weil ich eine totale Pechsträhne hatte. Das kostet mich alles ziemlich viel Kraft.

Ich hoffe, bei Euch sieht es besser aus. Ich dreh dann mal meine Runde durch Eure Blogs!

Therapieresistente Depression?

Es gibt verschiedene Informationen dazu, ob alle Depressionen so behandelt werden können, dass ihr „Besitzer“ beschwerdefrei leben kann. Bestimmte Quellen gehen davon aus, dass manche Depressionen nicht dauerhaft erfolgreich „beseitigt“ werden können.

Ich frage mich immer wieder, ob meine Depression therapieresistent ist. In bestimmten Stresssituationen (Jobverlust, Dauerschmerz oder -krankheit, Verluste) hat die Depression immer wieder die Möglichkeit, mich zu überwältigen. Und dann verschwinden auch alle Hilfsmaßnahmen, die ich als guttuend erleben könnte, komplett von der Bildfläche meiner Wahrnehmung. Die Isolation wird groß und ich bin einsam und allein.

Das empfinde ich wiederum als Versagen. Nach drei ambulanten Psychotherapien, einer Gruppe, einer Klinik und einer Tagesklinik fühle ich mich, als „könnte ich es immer noch nicht“.

Ich wünschte mir, jemand würde mir einfach „die Wahrheit“ sagen.

„Sie werden mit dieser Krankheit leben müssen. Sie wird immer Ihre Achillesferse bleiben und in schwierigen Zeiten an Macht gewinnen“.

Dann würde sich eine depressive Episode nicht als Versagen empfinden, nicht immer wieder die Frage auftauchen „was muss ich denn noch tun/lassen/ändern“. Dann wüsste ich, es ist wie eine Grippe: die muss man überstehen, und danac kommt man wieder zu Kräften. Und nur weil ich ein schwaches Immunsystem habe, bin ich nicht „schuld“, wenn ich die Grippe bekomme.

Can’t be bothered.

So gut,dass ich das Chaos in meiner Wohnung beseitigen könnte, geht es mir offenbar auch wieder nicht.

Fiese Rückenschmerzen habe ich auch wieder.

Die Jahreszeit ist überhaupt nicht meine. Es ist dunkel, kalt und nass.

Besser. Viel besser.

Rückblickend auf das letzte Jahr muss ich sagen: es geht mir viel besser als letztes Jahr um diese Zeit.

Das ist gut. Das war harte Arbeit. Dafür klopfe ich mir hiermit mal auf den Rücken 😀

Dafür danke ich allen Menschen, die mir dabei geholfen haben.