Therapieresistente Depression?

Es gibt verschiedene Informationen dazu, ob alle Depressionen so behandelt werden können, dass ihr „Besitzer“ beschwerdefrei leben kann. Bestimmte Quellen gehen davon aus, dass manche Depressionen nicht dauerhaft erfolgreich „beseitigt“ werden können.

Ich frage mich immer wieder, ob meine Depression therapieresistent ist. In bestimmten Stresssituationen (Jobverlust, Dauerschmerz oder -krankheit, Verluste) hat die Depression immer wieder die Möglichkeit, mich zu überwältigen. Und dann verschwinden auch alle Hilfsmaßnahmen, die ich als guttuend erleben könnte, komplett von der Bildfläche meiner Wahrnehmung. Die Isolation wird groß und ich bin einsam und allein.

Das empfinde ich wiederum als Versagen. Nach drei ambulanten Psychotherapien, einer Gruppe, einer Klinik und einer Tagesklinik fühle ich mich, als „könnte ich es immer noch nicht“.

Ich wünschte mir, jemand würde mir einfach „die Wahrheit“ sagen.

„Sie werden mit dieser Krankheit leben müssen. Sie wird immer Ihre Achillesferse bleiben und in schwierigen Zeiten an Macht gewinnen“.

Dann würde sich eine depressive Episode nicht als Versagen empfinden, nicht immer wieder die Frage auftauchen „was muss ich denn noch tun/lassen/ändern“. Dann wüsste ich, es ist wie eine Grippe: die muss man überstehen, und danac kommt man wieder zu Kräften. Und nur weil ich ein schwaches Immunsystem habe, bin ich nicht „schuld“, wenn ich die Grippe bekomme.

Stöckchenzeit

Charlotte hat mich mit einem Stöckchen beworfen. Mein erstes. Das kann ich mir ja nicht entgehen lassen 😀

1. Was war und ist Deine Motivation, ein Blog zu schreiben?

Ich fand es an der Zeit, einen anderen Ausdruck für meine Depression zu finden. Ich habe zwar Freunde und Freundinnen, mit denen ich mich auch darüber austauschen kann, aber eben nicht rund um die Uhr, oder auch nicht ohne die Ansgt, sie zu sehr zu belasten. Was ich erlebt habe, ist, wie wertvoll der Austausch mit Euch anderen ist, auch wenn wir uns nicht persönlich kennen. Ich fühle mich weniger allein mit der Depression, es ist kein so großes Tabu mehr.

2. Du bist vor einiger Zeit über mein Blog gestolpert, warum bist Du hängen geblieben (was mich natürlich freut)?

Es gibt bei Dir immer so viel neues zu sehen und zu lesen, ich bewundere Deine Energie und Deinen Einsatz dafür, dass es Dir besser geht.

3. Was ist das grösste Fettnäpfchen, in das Du je hineingestolpert bist?

Schwer zu sagen. Ich neige dazu, über andere zu lästern, wenn sie in Hörweite sein können. Immer wieder für einen Gag gut 😉

4. Welche Haustiere findet man bei Dir?

Leider keins.

5. Warum gerade dieses oder ggf. warum keines?

Ich bin allergisch. Ob ich für ein Haustier genug Zeit hätte, weiss ich auch nicht.

6. Welche Traumreise würdest Du gerne Wirklichkeit werden lassen?

Ich würde gern mit dem Bulli monatelang durch Europa fahren. Am liebsten mit SAM.

7. Ganz EHRLICH: wie fühlst Dich Du (oder würdest Du Dich fühlen) in der Gegenwart eines Menschen, der bekanntermassen an einer psychischen Störung leidet?

Da ich selbst eine Depression habe, weiss ich einiges über verschiedene Krankheitsbilder. Es gibt aber Dinge, die mir Angst machen, wenn Menschen Stimmen hören oder gewalttätig sind.

8. Welche Meldung in den Medien hat Dich in diesem Jahr am meisten bewegt?

Da fällt mir gerade nichts ein.

9. Für welchen Gegenstand verschwendest Du die meiste Zeit mit suchen?

Meine Brille.

10. Was möchtest Du mir für 2014 mit auf den Weg geben?

Geduld, Geduld, Geduld 😉

Ich werde niemanden mit dem Stöckchen bewerfen, da ich nicht genug andere Blogger kenne. Aber wer von Euch daran Spaß hat, kann gerne folgende Fragen beantworten/ergänzen:

1) Was hilft Dir zuverlässig gegen den Blues?
2) Was war der blödeste Ratschlag, denn Du je bekommen hast?
3) Was ist Deine Lieblingsserie?
4) Was ist Dein liebstes „Soul Food“?
5) Was ist das schönste an dem Ort, an dem Du lebst?
6) Welche Komödie bringt Dich immer wieder zum Lachen?
7) Erzählst Du mir einen Witz?
8) Magst Du Deinen Vornamen?
9) Sammelst Du etwas?
10) Was hast Du zuletzt weggeworfen (also keinen Hausmüll)?

A.. wie Anvertrauen

Weiss Euer Umfeld um Eure Depression und alles, was dazugehört, Therapie, Medikamente, Tiefs?

Eure Familie?

Enge Freunde?

Bekannte?

Kollegen?

Ich tu mich sehr schwer damit, offen zur Depression zu stehen. Nur meine engsten Menschen wissen Bescheid, und selbst bei ihnen erlebe ich manchmal Reaktionen, die ich nicht hilfreich finde.

Wie haltet Ihr das? Wie hat sich das entwickelt?

Über jedes Feedback würde ich mich sehr freuen.

MBCT

Nachdem Fiirvogu über MBSR berichtete, habe ich mal ein wenig das Netz durchstöbert.

MBSR ist für mich jetzt nichts gänzlich neues, auch wenn ich es nicht als strukturiertes Programm durchlaufen habe, sondern im Rahmen einer Therapie.

Aber in diesem Zusammenhang stieß ich auch erstmals auf den Begriff MBCT.

Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (Mindfulness Based Cognitive Therapy) kombiniert die Kernelemente aus dem MBSR Programm mit den Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie in einem 8 wöchigen Trainingsprogramm besonders zur Rückfallprophylaxe nach Depressionen (…)

Verrückt, sogar eine alte depressive Häsin stößt noch auf neue (fundierte) Ansätze der Therapie. Das ist für mich besonders wichtig, weil ich oft darunter leide, mich als „austherapiert“ zu fühlen und immer wieder Rückfälle in die Depression zu erleben.

Allzu weit verbreitet ist der Ansatz aber in deutschland offenbar noch nicht, man findet nur eine Handvoll Angebote und nicht alle davon sind von Psychotherapeuten oder Ärzten. Nichts gegen Heilpraktiker und Co., aber in einem so sensiblen Bereich wie meiner Psyche möchte ich doch auf eine angemessene Ausbildung vertrauen.

Kennt jemand von Euch MBCT, hat damit Erfahrungen oder kennt jemanden, der jemanden kennt?

Ich habe ja wenig Lust und Kraft, etwas neues auszuprobieren, aber im Kampf gegen die Depression lasse ich auch nichts unversucht.

Einmal richtig ausfallend werden.

Kann ich nicht. Können Depressive sowas? Mal richtig herzhaft sauer sein und das auch rauslassen?

Meine Wutschwelle liegt sehr sehr hoch. Ich fresse alles in mich hinein bis ich platze. Dann, und nur dann kann es mal richtig laut werden.

Oft merke ich aber auch vorher gar nicht, was mir auf der Seele liegt, was ich mit mir machen lassen, wie Menschen über meine Grenzen hinweggehen, ohne dass ich mich dagegen wehre. Oft bleibt nur ein Unwohlsein, das sich manchmal selbst hinterher nichtso einfach auflösen und erklären lässt. Da sind die Gespräche mit Freunden manchmal hilfreich, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Aber einfach mal so richtig wütend werden? Und wohin dann mit der Wut? Die Betreffenden zu verprügeln scheint nicht angezeigt, mit Dingen werfen und für mich alleine herumschreien, bringt auch keine Erleichterung, und mit vielen Menschen kann man sich auch gar nicht wirklich streiten in dem Sinne, dass hinterher irgendetwas herauskommt.

Fuck.