DW

Ich habe hier wohl nie berichtet, wie das mit DW geendet hat, oder?

Danach gab es noch eine kurze Beziehung mit einem anderen Mann, die aus anderen Gründen keine Perspektive hatte.

Trotzdem merke ich, dass mir das mit DW noch mehr nachhängt. Ich reagiere rein optisch stark auf Männer, die ihm ähneln. Ich google manchmal nach ihm. Ich habe, anders als mit dem Mann danach, immer noch Phantasien davon, wie es glücklich enden würde. Obwohl ich weiß, dass dafür keine Chance besteht.

Ihr wisst vieles davon nicht, aber DW scheint ernsthaft Probleme zu haben und ist nicht bereit, sich damit zu befassen.

Angeblich ist er mit einer Frau zusammen, aber als ich ihn mal beim Ausgehen traf, hat er mit nahezu allen anwesenden Frauen massiv geflirtet, auch mit mir.

Es hat keinen Sinn, das weiss ich wohl, aber es hängt mir nach.

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So mittel.

Die letzte Zeit hatte wieder allerlei Höhen und Tiefen parat. So richtig werde ich mich an diese Schwankungen wohl nie gewöhnen, aber ich übe mich in Gelassenheit.

Außer es macht mich jemand so richtig wütend.

Experiment Mann läuft zur Zeit gar nicht. Im Umfeld finden sich wieder die ungewöhnlichsten Paare, und obwohl ich nicht mit der jeweiligen Frau tauschen möchte, bin ich doch ein bißchen neidisch.

Zwar hatte ich Freitag auch eine Art Date, der Mann war auch recht nett, hatte aber leider eine sehr feuchte Aussprache. Es gibt ja kaum etwas unerotischeres als das Gefühl, ständig besprüht zu werden.

Dann habe ich mich tatsächlich mal bei einer Online-Plattform angemeldet, bei einer sehr kleinen, und der erste Mann, mit dem ich mir geschrieben habe, meldet sich ab, weil er das Online-Dating über hat. Abgesehen davon, dass er mich noch gar nicht kennt: ich fühle mich trotzdem verarscht. Es gibt da nur so zehn, zwanzig Männer, die räumlich und altersmäßig für mich interessant sind, und er war mir zunächst am symathischsten. Warum muss das schon enden, bevor es beginnt?

Einer der zehn bis zwanzig ist mir sogar bekannt und Teil eines der frischen Pärchen. Ich halte ihn für einen sehr schwierigen Mann mit komplizierten Lebensumständen und habe mich daher nie näher herangetraut. Trotzdem bin ich jetzt ein kleines bißchen entäuscht. Komisch, oder?

Lachen über Depressionen?

Sowas darf man nur als Betroffener. Natürlich übertrieben, aber auch wahr.

Übrigens nervt mich, dass die meisten Vortragenden, gerade im Bereich des Poetry Slams, die gleiche Art des Vortrags haben. Gehen die alle zu dem selben Lehrer? Oder steckt das an, weil man bei Lesungen nur auf andere Slammer trifft?

Stimmungstief

Nach einem schönen Freitag und Samstag ein extremer Durchhänger am Sonntag.

Ist das normal? Geht es abwärts?

Ich kann schlechte Tage schwer ertragen. Es könnten immer auch Vorboten einer depressiven Episode sein. Wie geht es mir eigentlich? Ich kann es gar nicht so recht sagen.

Momentan fällt es mir schwer, mir etwas gutes zu tun. Sport fällt noch eine Weile aus, draußen ist das Wetter so lala, Kultur hilft nur punktuell.

Samstag war ich zu einem wirklich schönen Geburtstag eingeladen. Es hat viel Spaß gemacht, und die anderen Gäste zwischen acht und achtzig waren alle sehr kontaktfreudig und nett.

Aber ach: allein, allein, allein, allein. Außer zwei der verwitweten Verwandten waren alle als Paar da. Ich glaube, das war es, was mich im Nachgang so mürbe gemacht hat.

Das ewige alte Gefühl, ich werde doch nie jemanden finden, der zu mir passt und mein Leben mit mit teilt. Das Gefühl, unvermittelbar zu sein. Wie ein altes Tier im Heim, weil alle nur die niedlichen Jungtiere wollen und nicht die alte Katze mit ihren Ticks.

Ich fühle mich dann wie ein einziger Makel. Zu dick, zu gestört, zu intelligent, zu schwierig.

Ein Teil meines Gehirns weiss, dass das nicht die ganze Realität ist. Dass es sich nur so anfühlt, aber nicht die Wahrheit ist.
Der andere Teil meines Selbsts ist die Anstrengung leid, der Hoffnung müde, kann das Aushalten dieses Zustandes nicht mehr ertragen.

W… wie Werther-Effekt

Ich weiss nicht, ob es Menschen gibt, die bei einer schweren depressiven Episode noch nicht an Suizid gedacht haben.

Es erscheint in den dunkelsten Stunden des Lebens als einziger Ausweg.

Schlimm, wenn Massenmedien dann den Suizid einer prominenten Person auf eine detaillierte Art und Weise beschreiben. Zu Recht verzichten verantwortungsvolle Medien auf Details, Glorifizierung und alles reißerische, um nicht Nachahmungen auszulösen.

Leider wurde wie so oft im Fall von Robin Williams diese Handlungsweise von verschiedenen auch seriösen Medien missachtet.

Sie sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein, die bereits gefährdete Menschen mitunter den letzten Impuls zur Tat geben kann.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat eine Empfehlung zur Berichterstattung über Suizid entwickelt, auf die gar nicht dringend genug hingewiesen werden kann!

Medienguide der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Ich selbst versuche übrigens, bei aller Anteilnahme nicht zuviel über einen prominenten Suizid zu erfahren. Die Berichterstattung über Robert Enke konnte ich erst in diesem Jahr überhaupt in Teilen lesen, in Nachfolge zum Tode von Andreas Biermann, und selbst da hat sie mich sehr erschüttert.

S… wie Schuldgefühle

Depression ist nicht Deine Schuld!

Es ist eine Krankheit, und sie kann behandelt werden.

Sehr schöner Beitrag dazu auch hier bei The Militant Baker.

To feel guilt and shame about a neurological condition that has been out of your control isn’t necessary. That’s all. So release yourself from that shit, and maybe you’ll be able to focus your energy on what you want to see happen now.

S… wie Suizid.

Das wohl gefährlichste an der Depression ist die große Gefahr, dass erkrankte sich das Leben nehmen, weil sie keinen Ausweg mehr sehen. Weil der Schmerz zu groß ist, weil nichts zu helfen scheint, weil alles besser erscheint als so weiterleben zu müssen.

Heute war überall die Nachricht, dass Robin Williams sich vermutlich aufgrund seiner Depression das Leben genommen hat. Vergangenen Monat starb der Fußballspieler Andreas Biermann durch Suizid.

Beiden schien es von außen betrachtet gut zu gehen, nichts wirkte nach außen so ausweglos, wie sie es selbst empfunden haben müssen.

Es ist so unfassbar traurig, dass eine psychische Erkrankung tödlicher ist als der ähnlich heimtückische Krebs.

Ein Tabu, weil die meisten Menschen Angst haben, sterblich zu sein, über den Tod zu sprechen, einander beizustehen, wenn das Leben an den Rand gerät.

Traumdeutung: Zum Kotzen.

Teil 3: So etwas wie Erbrechen.

Ich bin nicht sicher, aber ich habe den Eindruck, dass dieser Traum nur in Verknüpfung mit Familienmitgliedern auftritt.

Ich habe den Mund voller Brocken irgendeines Essens, das ich aus dem Mund entfernen will, aber es zieht klebrige Fäden, ich werde es nicht los, mein Mund wird nie leer.

Es ist eklig, ich versuche es, in ein Taschentuch zu spucken, aber es gelingt nicht.

Irgendeine Deutungshilfe?

Ich denke spontan daran, dass in meiner Familie nie ehrlich gesprochen werden durfte, dass immer das Gefühl blieb, an allem ersticken zu müssen, was n mir vorging.

Da bin ich wieder.

Die Pause war gar nicht geplant, und sie war ganz schön lange, oder? Ich musste sogar ein neues Passwort anfordern, weil ich mich nicht erinnern konnte.

Es ist so viel passiert in der Zwischenzeit.

Positives wie Herausforderndes.

Ein winziges Stück habe ich die Depression mehr in mein Leben integriert. Habe mich auf neue Situationen und andere Menschen eingelassen.

Habe wieder ein „Experiment Mann“ gewagt, das leider nicht erfolgreich war, weil wir nicht zueinander passen. Obwohl ihm das auch klar war und er die Trennung forciert hat, hat er mir neulich eine aggressive Mail geschickt. Verstehe einer die Männer.

Ich bin momentan ziemlich erschöpft, weil ich eine totale Pechsträhne hatte. Das kostet mich alles ziemlich viel Kraft.

Ich hoffe, bei Euch sieht es besser aus. Ich dreh dann mal meine Runde durch Eure Blogs!

Therapieresistente Depression?

Es gibt verschiedene Informationen dazu, ob alle Depressionen so behandelt werden können, dass ihr „Besitzer“ beschwerdefrei leben kann. Bestimmte Quellen gehen davon aus, dass manche Depressionen nicht dauerhaft erfolgreich „beseitigt“ werden können.

Ich frage mich immer wieder, ob meine Depression therapieresistent ist. In bestimmten Stresssituationen (Jobverlust, Dauerschmerz oder -krankheit, Verluste) hat die Depression immer wieder die Möglichkeit, mich zu überwältigen. Und dann verschwinden auch alle Hilfsmaßnahmen, die ich als guttuend erleben könnte, komplett von der Bildfläche meiner Wahrnehmung. Die Isolation wird groß und ich bin einsam und allein.

Das empfinde ich wiederum als Versagen. Nach drei ambulanten Psychotherapien, einer Gruppe, einer Klinik und einer Tagesklinik fühle ich mich, als „könnte ich es immer noch nicht“.

Ich wünschte mir, jemand würde mir einfach „die Wahrheit“ sagen.

„Sie werden mit dieser Krankheit leben müssen. Sie wird immer Ihre Achillesferse bleiben und in schwierigen Zeiten an Macht gewinnen“.

Dann würde sich eine depressive Episode nicht als Versagen empfinden, nicht immer wieder die Frage auftauchen „was muss ich denn noch tun/lassen/ändern“. Dann wüsste ich, es ist wie eine Grippe: die muss man überstehen, und danac kommt man wieder zu Kräften. Und nur weil ich ein schwaches Immunsystem habe, bin ich nicht „schuld“, wenn ich die Grippe bekomme.