Man tauscht nur die Probleme.

Der neue Job nimmt zwar langsam Gestalt an, aber der Frust über den Chef wächst. Ich kenne ihn ja schon länger, aber jetzt, wo ich nebenan sitze, geht mir seine Scheißegalhaltung ziemlich an die Nieren. Jahrelang habe ich ja schon die Arbeit meiner Chefin mitgemacht, die sich nie für ihre Mitarbeiter interessiert hat. Jetzt geht das so weiter, ich fühle null Wertschätzung gegenüber seinen Mitarbeiterinnen, Hautsache, er hat ein bequemes Leben.

Ich bin einfach nicht abgestumpft. Mich machen bestimmte Dinge traurig und wütend. Wenn das einmal nicht mehr so sein sollte, dann hätte ich es vielleicht leichter im Leben und im Beruf, aber dann wäre ich wohl innerlich tot.

Trotzdem frage ich mich, wie ich besser durch den Alltag kommen kann.

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Hmpf.

Wozu die Arbeit doch gut sein kann. Ich war die Tage nach dem Telefonat so eingespannt, dass ich tagsüber keine Zeit zum Grübeln hatte. Gespräche mit Freundinnen und der Therapeutin haben in der restlichen Zeit vieles aufgefangen.

Zum Bäume ausreißen fühle ich mich gerade nicht. Trotzdem war ich immerhin beim Sport, habe die Wäsche gemacht, war gestern aus usw. Trotzdem habe ich das Gefühl, wenn mir in nächster Zeit noch irgend jemand doof kommt, werde ich explodieren und ihm den Kopf abreißen.

Meine Therapeutin meinte, ich solle DW doch ein wenig Zeit geben, nachzudenken über das, was wir besprochen haben und was ich als meine Bedürfnisse geäußert habe. Ich sagte, dass ich an keinerlei Reaktion von ihm glaube. Das hieße nämlich: Es wäre erwachsen, er würde Verantwortung übernehmen. Das kann er nicht.

Natürlich sind wir uns alle einig, dass so ein Mensch nicht der richtige Partner für mich ist, dass mich das unglücklich machen würde (es sei denn, er würde dieses Verhalten erkennen und verändern wollen. Aber dafür ist der Leidensdruck wohl nicht groß genug). Trotzdem bin ich traurig und müde.

Ein weiterer „Griff daneben“ in einer Welt, die ohnehin nicht gerade reich an interessanten Männern ist.

Liebeskummer und Wut

Damit habe ich nicht gerechnet. DW kann sich nicht festlegen. Will sich nicht festlegen. Findet alles gut so, wie es ist.

Abgesehen davon, dass ich ihm das nicht abnehme: Fuck you. Die Signale waren zwar nicht eindeutig, aber diese Form von Laissez aller war nicht wahrzunehmen.

Ich bin traurig, wütend, entsetzt und auch ein bißchen befreit. Ich habe alles auf den Tisch gelegt, ich war wirklich offen und ehrlich.

Wem diese Klarheit nicht möglich ist: runter vom Spielfeld und ab unter die Dusche!

Liebeskummer oder so.

Ich fühle mich richtig mies. Traurig. Müde.

Ich hab schlecht geschlafen und bekomme immer größere Zweifel. Ich habe morgens meditiert und ich war beim Sport, aber selbst dabei bekam ich nicht völlig den Kopf frei.

Ich könnte die ganze Zeit heulen, kann kaum an etwas anderes denken.

Nun hat mich die Freundin, die schon einmal dazu geraten hat, mich noch einmal überzeugt, mit DW darüber zu reden, wie es mir damit geht und ihn zu fragen, wie er das sieh. Ob und wie es weitergehen soll. Diese Unsicherheit macht mich völlig kirre.

Und weil er nicht da war, werden wir nun morgen reden. Ich hab Bauchschmerzen. Ich habe Angst, dass er mich zu anstrengend, zu schwierig, zu emotional finden könnte. Dass er kein weitergehendes Interesse hat als einen lockeren Kontakt. Dass er vielleicht gar keine emotionalen Fähigkeiten hat, oder zu ängstlich ist, oder nur mit Frauen klar kommt, die ihn dominieren und alles regeln.

Er ist so widersprüchlich, dass ich total verwirrt bin.

Und in der Zwischenzeit…

Der neue Job ist schräg. Anstrengend. Ich bin schwer genervt.

Und DW.. ich weiss es einfach nicht. Er mag mich, das merke ich. Aber alles andere muss ich ihm abnehmen, weil er sich nicht traut. Ich bin es nicht gewöhnt, Männer nahezu zu bedrängen. „Zum Jagen tragen“ sagt man hier, wenn man jemanden zu etwas verhelfen muss, was in dessen ureigenstem Interesse ist. Ich finde das sehr sehr anstrengend.

Wenn ich ihn dann zum Jagen trage, ist es trotzdem schön, endet aber stets in einer Weise, die mich ratlos zurücklässt. Er lässt mich mit einer unverbindlichen Verabschiedung stehen. Obwohl er weiss, dass ich ihn mag. Oder er kann sich das nicht vorstellen. Das kann ich wiederum kaum glauben, denn er ist schon sehr attraktiv, nur eben kompliziert. Er meint, ich wäre ja so stark. Hahaha, ich? Wer das denkt, meint auch, die Erde sei eine Scheibe 😦

Ich wäre gern die Umworbene, nicht die Umwerbende. Und wenn ich schon große Schritte auf ihn zu mache, dann wäre es doch sehr schön, wenn er sich auch darauf einlässt. Man kann sich nicht schützen und gleichzeitig Nähe mit einem anderen Menschen haben. Ich kenne das Bemühen, mich zu schützen, selbst zur Genüge. Aber jemand, von dem so wenig zurückkommt, ist vielleicht nicht der richtige für mich.

Es ist sehr schade, denn ich mag ihn gern. Sehr gern. Aber auf diese Art kann nichts entstehen, nichts wachsen. Das macht mich unglücklich.

Nuts.

Momentan gehen mir etliche Menschen ganz schwer auf die Nüsse.

Die befreundete Kollegin, die in letzter Zeit nur noch schlecht drauf ist.
Der Chef, der sich um seine Aufgaben nicht kümmert und uns die ganzen Konflikte einfach so hinterlässt.
Meine geliebte Schwester, die sich gerade in vielen Dingen sehr wie meine Mutter verhält.
Der Mensch aus meinem Ehrenamt, der aus welchen Gründen auch immer mit mir telefonieren will. Wozu? Schreib mir eine Mail, Alter.
Der andere Mensch aus dem Ehrenamt, der ein öder Langeweiler und fieser Schnorrer ist. *Nichtmag*
Und natürlich DW, der ein Treffen absagen musste, jetzt aber in sein übliches Schweigen verfallen ist. So kann man jedes Interesse in mir erlahmen lassen.
Husch, der andere Mann, an dem ich durchaus Interesse habe, ist gerade mal wieder verbandelt. Wieso treffe ich den immer dann und nie in den Singlezeiten? Verdammt.
Außerdem ist eine Freundin krank und ich muss deswegen heute allein zu einer Veranstaltung. Hab ich keine Lust drauf.