Ministerium für Glück und Wohlbefinden.

Ich las darüber in einem Magazin: Das MfGW  ist das Ergebnis der Arbeit von Gina Schöler und Daniel Clarens aus dem Master-Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule Mannheim.

Die Idee finde ich ganz wundervoll und frage mich, warum sie mir erst jetzt über den Weg läuft. Ich interessiere mich nämlich sehr für gesellschaftliche Fragen wie die, Alternativen zur Wohlfahrtsmessung durch Wirtschaftswachstum zu finden.
Natürlich kann ein einzelnes Ministerium nicht alles verändern, aber der Gedanke ist bestechend.

Gerne würde ich in einem Ministerium für Glück und Wohlbefinden arbeiten. Sehr gerne.

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Sichtbar.

Ob dann das Verständnis wirklich größer wäre? Ich fürchte, die herrschenden Vorurteile (siehe EMN: Regeln des Depressivseins) würden nicht immer zur Reaktion in Bild 4 führen.

erzaehlmirnix

depress

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Wie geht es weiter?

DW und ich hatten ein Kaffee-Date. Ich kann immer noch nicht sagen, ob er an mehr interessiert ist als an netten Gesprächen. Ich lerne ihn nicht wirklich näher kennen, wir führen eher Diskussionen. Nichts gegen ein bißchen Diskurs dann und wann, aber ich erfahre viel über seine Arbeit und wenig über ihn. Und da er die Themen dominiert, erfährt er meiner Ansicht nach auch nicht viel über mich. Und er lacht so gut wie nie.

Das kann natürlich für manche Menschen ein völlig normales Verhalten sein, ich bin es allerdings nicht gewohnt. Daher kann ich nicht wirklich in ihm „lesen“, ob er sich mehr vorstellen kann. Deswegen halte ich mich dann auch zurück und es kommt zu nichts außer einer Umarmung zur Begrüßung und zum Abschied.

Ein bißchen mehr Kontakt wünsche ich mir da schon, um festzustellen, was möglich ist. Ich weiss nicht, ob wir uns dazu Mut antrinken müssen?

Ich möchte die Distanz zwischen uns nicht alleine überbrücken müssen. Ich hätte immer das Gefühl, er will nicht wirklich.

Jörg hat bei mir einige schlechte Erinnerungen hinterlassen, obwohl die Situation nicht vergleichbar war.

Was meint Ihr: ist es für zurückhaltende Männer so schwer, ihr INteresse deutlich zu machen? Muss ich mit dem Zaun winken? Kann so eine Romanze beginnen, die funktioniert? Mache ich mir zuviel Sorgen und sollte einfach handeln, wie ich mich fühle?

Fragen über Fragen. Ich wünschte, mir würde jemand sagen, was richtig ist.

Ich weiss, dass das nicht geht, dass die Kategorie nicht passt, aber ich wünsche es mir.

Der neue Job

Auch hier ist gerade Abwarten angesagt, was mir auch hier sehr schwer fällt.

Alles ist sehr unbestimmt, Themen sind zu strukturieren, Absprachen zu treffen. Und wie überall kümmert sich die Führung nicht wirklich darum.

Ich merke, wie ich mich gelähmt fühle, statt mir zu überlegen, was ich will und dann zu verhandeln. Ich möchte, dass mein Chef für mich sorgt, statt immer nur von „Flexibilität“ zu faseln. Ich will keine Flexibilität, ich will zunächst Stabilität. Wenn ich die habe, kann ich sicher auch wieder Flexibilität beweisen. Standbein, Spielbein eben. Mit zwei Spielbeinen kommt man nicht weit im Leben.

Das herrschende Chaos geht mir total auf die Nerven.

Raus aus der Komfortzone

Ich weiss, dass es an der Zeit ist. Ich weiss, dass ich das kann.

Aber Angst habe ich trotzdem.

Ich fühle mich so verletzlich. Ich werde mit meinen Ängsten konfrontiert.

Ich kann nicht glauben, dass mich ein Mann attraktiv finden kann. Mich mögen kann.

Ich weiss, dass mir die Depression das Leben da nicht leichter macht. Ich habe noch nie die Erfahrung machen dürfen, dass mein Mut belohnt wird.

Erst seit SAM weiss ich, dass ein Mann alle meine Seiten, die leichten wie die schweren, kennen und annehmen kann. Mich annehmen kann, wie ich bin. Dass ich so sein darf, wie ich bin, dass es nicht zuviel ist, zu anstrengend, zu wasweissich.

Dafür bin ich sehr dankbar. Das jetzt auch mit einem anderen Mann zu erfahren, mich zu zeigen, auch meine verletzliche Seite, das schwache, das bedürftige… das ist der Weg, vor dem ich mich fürchte.

Ich werde ihn gehen, aber mit solchem Herzrasen.

Spielregeln.

Ok, ich mag DW. Ziemlich. Sehr.

Nun weiss ich nur nicht, wie es weitergeht. Ich bin wohl auch ziemlich ungeduldig.

Kennt Ihr diese Duskussion, ob Männer Jäger sind und man ihnen den Schwung nimmt, wenn man ihnen zu sehr entgegen kommt?

Meiner Erfahrung nach ist es wirklich so, dass selbst die schüchternsten Männer Aktivitäten entfalten, wenn eine Frau sie interessiert. Das mögen dann E-Mails sein statt eines Anrufs, aber sie werden aktiv.

 

Muss ich DW den Raum lassen, selbst aktiv zu werden? Soll ich ihm Hilfestellung leisten, oder wird er sich dann häuslich in dieser passiven Haltung einrichten?

Alle Spiele dieser Art sind mir so zuwider. Aber ich möchte auch nicht die „Dominante“, die „Starke“ in einer Beziehung sein. Augenhöhe ist mir schon wichtig, und irgendwie scheine ich auf Außenstehende doch viel stärker zu wirken als ich es bin. Seltsam.

 

Kontaktphase

Derjenige welche (DW) und ich hatten am Wochenende ein Date.

Es war ein angenehmer Abend, ich habe mich mit ihm sehr wohlgefühlt. Er hat viel von seiner Arbeit erzählt, wir hatten aber auch andere interessante Gesprächsthemen. Ich mag ihn, und ich finde ihn attraktiv.

Am Ende sprach er vom „nächsten Mal“, so dass ich annehme, dass wir uns wiedersehen werden.

Was mich verunsichert, ist die Tatsache, dass es sehr wenig von Flirt hatte. Ich hatte irgendwie gehofft, dass er an mir als Frau interessiert ist. Das konnte ich so nicht wirklich feststellen.

Es könnte auch sein, dass er mich nur nett findet.

Ich finde das im Grunde nicht schlimm, ich glaube daran, dass Männer und Frauen auch befreundet sein können, ohne dass erotische Aspekte hineinspielen.

Ich hätte nur gerne Klarheit. Ich kann mit Unsicherheit so schlecht umgehen.

Andererseits ist es auch schön, einen Menschen erst einmal besser kennenzulernen, ohne dass die Intimität so schnell vorweggenommen wird.

Ihr seht, ich bin gerade selbst etwas hin- und hergerissen und wäre nur froh, wenn er sich bald meldet und sich äußert, wann wir uns wiedersehen wollen 😀

23.10.2013: Ein Jahr „Das bisschen besser“

Seltsam, dass ich hier nun schon ein Jahr blogge.

Ich will über mein Leben und das, was sich seitdem ereignet hat, gar nicht bilanzieren, weil ich auch Angst habe vor dem Rückblick.

Aber was mir hilft und mich trägt, ist das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern mit Euch im Kontakt. Dass wir, die wir alle einiges an Ballast mit uns tragen, einander soviel Positives geben können, an Anteilnahme, Verständnis und gütigen Worten: das habe ich so nicht erwartet.

Ich bin nicht allein. Darüber bin ich froh.

Film: Veronika beschliesst zu sterben. (*Triggerwarnung*)

Ich habe das Buch von Paulo Coelho nicht gelesen und ich habe nach diesem Film auch keinen Anlass, das zu ändern.

Neulich beim Einkaufen nahm ich die DVD mit, da sie nicht teuer war und ich mal wieder einen Film mit Tiefgang sehen wollte.

Sagen wir so, der Klappentext sagt bereits alles.. „die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die alles hat und doch sterben will. Erst angesichts des Todes entdeckt sie, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert“.

Den Einstieg in den Film fand ich durchaus gelungen, wenn auch für mich persönlich kaum auszuhalten: eine junge Frau, die nur noch funktioniert, treibt durch ihr Leben. Man weiss nicht wirklich, warum sie Depressionen hat und auch nicht, warum sie sterben will. Aber so ist das im wirklichen Leben ja auch: als Außenstehender kann man das nicht begreifen.

Offenbar wird sie dann nach ihrem Selbstmordversuch rechtzeitig gefunden, man weiss allerdings nicht, von wem, und nach dem Koma kommt sie in eine private psychatrische Klinik. Und irgendwie wird sie dann ins Leben zurückgeholt, hat wieder Zugang zu ihren Gefühlen, tritt in Kontakt zu ihren Mitpatienten. Wie und warum wird nicht nachvollziehbar.

Es sind schöne Bilder, aber es bleibt alles unverständlich, der Auslöser der Krankheit ebenso wie der Beginn der Heilung. Es bleibt farblos und die Emotionen werden eher behauptet als nachfühlbar.

Dabei gibt es durchaus interessante Figuren in der Geschichte – vielleicht tue ich dem Buch ja Unrecht und nur die Verfilmung ist misslungen – aber man hat nicht wirklich Anteil an ihrer Entwicklung.

Ich glaube, dass das im Buch bereits so angelegt ist, denn die Grundgeschichte „das Leben lieben zu lernen“ ist schon ziemlich ausgelutscht und klingt eher nach „Frauenbuch“ denn Weltliteratur. Ich habe die DVD zumindest gleich in den „Spenden“-Stapel aussortiert.