Mal so… mal anders…

Es schwankt. Einige Momente sind gut, einige sind erträglich. Der Rest ist Erschöpfung, Müdigkeit, Ratlosigkeit.

Es dauert, es dauert, es dauert. Ich spüre kaum Kraft und wenig Freude.

Gestern war ich bei einer Freundin im Garten und habe ein wenig mitgeholfen, das Dickicht zu lichten. Das tat gut. Ich habe überhaupt keinen grünen Daumen, aber Unkraut jäten, abgestorbene Blätter entfernen und ein bißchen herummurksen, das kann ich. Der Garten ist ein rechtes Paradies, es blühen viele schöne Dinge, und die Ordnung wirkt natürlich, wenn auch etwas chaotisch.

Heute strahlt die Sonne wieder, aber ich kann mich nicht einmal dazu bringen, den Schlafanzug abzulegen und duschen zu gehen. Die Pflanzen auf meinem Balkon, die mir eine Freundin geschenkt hat, Kresse, die wunderhübsch blühen soll, ist von Ameisen befallen. Die legen tatsächlich Nester unter den Blättern an.

Ich bin nicht bereit, die chemische Keule zu schwingen, aber zur biologischen Schädlingsbekäpmfung bin ich auch nicht in der Lage. Leider. Ich hatte mich gefreut, dass mein Balkon endlich einmal hübsch aussehen würde.

Also werde ich die Kresslinge in einen der regionalen öffentlichen Gärten bringen und in die Freiheit entlassen. Dort können die Ameisen dann ihren nützlichen Tätigkeiten nachgehen und die Pflanzen leben.

Es ist so schade. Es fühlt sich wieder an wie ein Symbol, dass die kleinen Veränderungen, die ich versuche, um mein Leben positiver zu gestalten, immer vergeblich sind.

Ich weiss, das ist Quatsch. Aber gegen die kleinen Mühseligkeiten des Alltags vermag ich mich nicht zu stemmen. Es geht einfach nicht. Ich kann nicht rausfinden, wo die Ameisen herkommen, kann keine Straße erkennen und weiss demzufolge auch nicht, wo ich ansetzen sollte. Ich könnte natürlich die Eier jeden Tag per Hand entfernen, aber das erscheint mir auch sinn- und planlos. Vielleicht sind Pflanzen und ich nicht füreinander geschaffen.

Das schöne Wetter fühlt sich auch eher wie Druck an, doch etwas „sinnvolles“ mit dem Tag anzufangen. Rauszugehen, die Sonne zu genießen, mich zu bewegen. Aber es überfordert mich.

Ich finde es ungemein schwer, Entscheidungen zu treffen, geschweige denn, im Alltag „zu funktionieren“. Ich möchte drinnen bleiben und dass die Zeit stehen bleibt, bis ich wieder bereit bin, am Leben teilzunehmen. Aber die Zeit läuft unerbittlich weiter, gegen mich, gegen die Geduld, die ich doch haben möchte, damit es besser wird.

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2 Gedanken zu „Mal so… mal anders…

  1. Auweh, ich weiss was Du meinst mit dem Druck und dem schönen Wetter. Noch vor nicht allzulanger Zeit habe ich mich auch so gefühlt. Der Druck ist jetzt manchmal immer noch da. Aber dann gehe ich trotzdem in den Garten und „wüte rum“ – ist ja noch so viel zu tun. Und am Ende des Tages geht es mir dann wieder besser. Die Körperliche Betätigung ist momentan auch eine Art Therapie für mich. Eine mit Muskelkater. 😉
    Vielleicht gehst Du einfach nur raus, mit einer Decke und einem Buch bewaffnet und legst Dich irgendwo in ein lauschiges Pärckchen.

  2. Ja, so ein eigener Garten ist sicher oft therapeutisch 😉

    Ich habe beschlossen, den Kampf gegen die Ameisen aufzunehmen, auch ohne Chemie. Wollen doch mal sehen…

    Lauschigkeit ist in meiner Ecke der Stadt echte Mangelware. Man staunt immer, wer da alles so rumlümmelt. Abgesehen von der Gefahr, Kunden zu treffen – neben glücklichen Pärchen oder seligen Schwangeren komme ich mir noch einsamer vor.

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