Das ganze Jahr April, das meint Ihr doch nicht ernst!

Wenn man gerade meint, den Frühling zu spüren, und die Energie, die das wieder im Körper freisetzt, dass man auch mal wieder Lust hat, rauszugehen und so… dann fällt die Temperatur garantiert wieder auf unter zehn Grad und Dauerregen setzt ein.

Ich bin definitiv nicht für diese Breitengrade geboren. Ich verstehe nicht, wie die Menschen in Skandinavien das aushalten. Sauna und Schnaps alleine würden mich nicht am Leben erhalten.

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Musik

Musik hilft. Vor allem live.

Ich gehe gern auf Konzerte, vor allem in kleinen Läden, wo man das Gefühl hat, der oder die da vorne singen wirklich für mich.

Gestern abend sang Frank Spilker für mich, nur für mich (und vielleicht vierzig andere), nur mit der Akustikgitarre, Songs von den Sternen und von der Frank Spilker Gruppe.

Wie er selbst sagte, kamen die depressiven Lieder beim Publikum besser an als die anderen. Aber wenn Depressionen so kämpferisch daherkommen, machen sie auch Mut. Als wüßte jemand wirklich, wie es sich anfühlt, depressiv zu sein, und trotzdem nicht aufzugeben.

Wahr ist, was wahr ist. Danke Frank.

L… wie Loslassen

Ich will nicht behaupten, dass ich das schon kann. Aber ich erlebe erste Erfolge.

Meditation hilft dabei, genauso wie die Stabilisierungsübungen. Ich erlebe mehr Gelassenheit im Umgang mit anderen und dadurch auch mit mir selbst.

Es ist schwer, von Wünschen, Sehnsüchten und Träumen loszulassen, die ich nicht erfüllen konnte, auch wenn es nicht in meiner Hand lag.

Es ist schwer, hinzunehmen, dass ich keine Kinder haben werde, nicht die Familie, die ich mir wünsche, meiner Angst vor Einsamkeit zu begegnen. Mich der Trauer darüber zu stellen, dass so vieles auf der Strecke geblieben ist, weil ich mit den inneren Dämonen der Depression kämpfen musste, bis keine Energie mehr da war. Dass meine Angst mich so gelähmt hatte, dass ich lieber die unglaublichen Schmerzen der Einsamkeit ertragen konnte als das Risiko einzugehen, noch einmal so schmerzhaft verlassen zu werden.

Da stehe ich nun, mit so vielen widerstrebenden Gefühlen, und versuche, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Nicht damit zu hadern, nicht auf mir selbst herumzuhacken, nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken, aber auch nicht vagen Träumen nachzuhängen.

Leicht ist das alles nicht. Aber bevor ich nicht einiges losgelassen habe, wird kein Platz für etwas neues sein, davon bin ich überzeugt.

Ich bin wieder da!

Montag hatte ich es zum ersten Mal wieder, das Gefühl: ich bin lebendig.

Ich bin am Leben. Ich bin wieder ich!

Auch die Depression gehört zu mir, sie isoliert mich, sie lässt mich den Kontakt zu anderen Menschen verlieren, ich kann die Welt nicht mehr wirklich sehen und auch nicht berühren.

Es ist ein Erwachen nach langer Dunkelheit. Als wäre ich fast ein halbes Jahr tot gewesen.

Mein Weg endet hier nicht. Es gibt angeblich viele Menschen, die einmal im Leben eine depressive Epsiode erleben. Die das durchstehen und danach beschwerdefrei leben können. Und dann gibt es die 5%, die bereits Rückfälle erlitten haben, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, erneut eine depressive Episode erleben zu müssen.

Ja, ich gehöre dazu. Ja, ich werde immer damit leben müssen, gefährdet zu sein, mit den dunklen Löchern leben zu müssen, alles als sinnlos und quälend zu empfinden und die Schmerzen kaum aushalten zu können.

Aber jetzt, jetzt bin ich am Leben, ich nehme Dinge in die Hand, und auch wenn ich mich nicht als glücklich bezeichnen würde, es ist gut, am Leben zu sein. Es ist gut, wieder Freude zu empfinden, Anteil am Leben anderer zu nehmen, zu lachen, mitzufühlen, wütend zu werden, Ziele zu haben.

Eins meiner Ziele: ich möchte in dieser Saison lernen, mein Rad selbst reparieren zu können. Ein weiteres Ziel, der Jobwechsel, ist wieder einen Schritt näher gerückt, wenn es auch noch eine Weile dauern wird, bis es wirklich soweit ist.

Ich bin am Leben, ich kann es fühlen, und ich bin so erleichtert und freue mich!

Was ist eine Depression?

Gute Kurzfassung für Einsteiger.

Psychiatrie to go

Was_ist_eine_Depression?
Copyright: depositphotos.com/alptraum

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine Erkrankung. Eine Depression ist nicht Trauer, ist nicht Unzufriedenheit mit einer unerfreulichen Lebenssituation, ist nicht eine kurze Sinnkrise und ist schon dreimal nicht eine kurzfristige traurige Stimmung, die man eben mal so haben kann, und die dann auch wieder aufhört. All diese Konstellationen führen natürlich auch zu Traurigkeit, und diese Traurigkeit ist jeweils auch berechtigt und nachvollziehbar.

Aber eine Depression, so wie Psychiater sie verstehen, ist eine Erkrankung des Gefühlslebens. Diese Erkrankung kann ihren Anfang in einer der oben beschriebenen Situationen haben, etwa einer langen Trauerphase, muss sie aber nicht. Die Krankheit kann auch „aus heiterem Himmel“ auftreten.

Symptome der Depression

Die Erkrankung Depression geht sehr häufig mit folgenden Symptomen einher:
– Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit
– Gefühlen der Kraftlosigkeit, Energielosigkeit, Erschöpfung
– Schlafstörungen, Appetitstörungen
– Konzentrationsstörungen
– Reizbarkeit
– Körperlichen Beschwerden wie Schmerzen, Verspannungen, Funktionseinschränkungen
– In schweren Fällen dem…

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F… wie Funkstille

In einer akuten Depression ziehe ich mich sehr in mich selbst zurück, breche den Kontakt nach außen nahezu vollständig ab. Nur das allernotwendigste kann ich noch aufrecht erhalten, für mehr ist weder Platz noch Kraft.

Wenn es mir wieder besser geht, tut es mir sehr leid, denn auch so manche Freundschaft leidet sicher unter diesem Rückzug. Aber wenn ich so sprachlos, so kraftlos, so traurig bin, dann gibt es auch kaum noch Kommunikation. Schon gar nicht mit Menschen, denen ich erst erklären müsste, was mit mir los ist.

Umso schöner ist es, dass manche Freundschaft auch Pausen aushalten kann. Zumal, wenn man ehrlich ist, die meisten von uns so viel zu tun haben, dass wir abends auch nur noch die Füße hochlegen wollen. Das geht Nichtdepressiven vielleicht gar nicht so komplett anders als mir.

Justin Biebers Affe

Eben auf CNN. Offenbar hat das Bieber ein winziges Äffchen zum Geburtstag bekommen und es gleich mit auf Tour geschleppt, ohne Papiere und so Bürokratenkack.

Nun sitzt das arme Äffchen in München im Tierheim und vermisst das Bieber sicherlich nicht. Tiere zu verschenken ist ohnehin nie eine gute Idee, aber an so einen Jungspund, der gar nicht die Zeit für ein Tier hat… neenee.

P… wie Positive Aktivitäten

Gestern habe ich meine Liste der „Positiven Aktivitäten“ ergänzt und überarbeitet. Ich habe sie vor zwei Jahren angelegt, aber ich verliere sie oft aus den Augen.

Dinge, die mir gut tun, die ich für mich tun kann, gerade, um den Blick nicht nur immer auf das Schwere, die Arbeit, die Trauer zu legen.

Viele davon kosten nichts, manche kann man allein, manche mit Freunden machen. Trotzdem ist es nicht immer leicht, sich dazu aufzuraffen und erst recht, sie regelmäßig in den Alltag einzuplanen.

Gestern war ich beim Sport, das hat gut getan. Sauna fiel leider aus, weil Feiertagsöffnungszeiten. Und darauf hatte ich mich natürlich besonders gefreut – immer eine schöne Belohnung nach dem Sport.

Heute war ich nach dem Mittagessen kurz in der Sonne spazieren. Immerhin.

Großes Schulterklopen dafür, dass ich „Yoga lernen“, was 2011 noch auf der Liste stand, mittlerweile durch „Yoga machen“ ersetzen kann 😀

Die Kleinigkeiten sind oft die schwierigen. Achtsam essen, Zeitschriften lesen, rätseln oder was auch immer – als bewusste Pause, als mir etwas gutes tun, gut für mich sorgen.

Nicht „nebenbei“ noch alles mögliche erledigen. Und auch nicht jede Lücke im Tag mit hektischen Aktivitäten füllen.