Es geht mir gut.

Heute geht’s mir gut, ich freue mich darüber, und das wollte ich nur mal kurz los werden.

Damit ich nicht vergesse, dass es solche Tage auch gibt.

Familie, Freunde, gutes Essen, Bewegung draußen bei Sonnenschein (und arschkalt), noch mehr gutes Essen und unerwartete Zuwendung. Ich bin froh und dankbar.

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S… wie Schlafstörung

In letzter Zeit habe ich eigentlich ganz gut geschlafen, abgesehen von meinem immensen Schlafbedürfnis (10-12 Stunden) und trotzdem bestehender Tagesmüdigkeit bzw. -erschöpfung.

Aber heute Nacht war es mal wieder soweit: Fortsetzung hiervon.

Kalte Füße, Reizüberflutung, Gedankentrudeln. Ich habe Übernachtungsgäste und war auf einem Konzert, das mich streckenweise sehr bewegt hat. Das mich darüber nachdenken ließ, mich einigen weiteren Personen gegenüber als depressiv zu outen.

Freund C. hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht, selbst im Job. Ich zögere selbst an weniger sensiblen Stellen. Zu oft erlebe ich Unverständnis, Unsicherheit oder Überforderung selbst bei Freunden.

Dennoch: der Druck, der auf mir lastet, besteht zu nicht zu kleinem Teil auch aus dem Verstecken, Verschweigen, Verleugnen der Depression.

Dass mich solche Gedanken wachhalten können, ist verständlich.

Schade nur, dass ich für die geplante Feierlichkeit heute abend nun extrem schlecht zu Fuß bin. Ich habe vorhin noch mal versucht, eine Runde zu schlafen, ging aber nicht. Sobald ich aufstehe, bin ich aber hundemüde. Reicht noch genau zum Shoppingqueen gucken 😉 Um selbst heute abend hinreißend auszusehen, könnte es allerdings eng werden…

E… wie Erinnerungen

Fast ein Jahr habe ich die Fotos nicht von der Kamera auf den Rechner herübergezogen. Eine unvorstellbar lange Zeit für einen Schanppschussjunkie wie mich.
Zum teil lag es auch daran, dass ich erst einmal Platz auf dem Laufwerk schaffen musste. Zum Teil daran, dass das Kopieren uferlos lange braucht.

Momentan bin ich im Juni angekommen und merke, dass ich mich kaum an die Ereignisse erinnern kann. Die depressiven Episoden unterbrechen irgendwie mein Gedächtnis, als lägen Jahre dazwischen. Ich merke, wie ich zu dem einen oder anderen Ereignis gar kein Gefühl mehr habe oder aufbauen kann.

Als wäre es in einem anderen Leben gewesen. Als hätte mir jemand davon erzählt, nicht, als wäre ich dabei gewesen.

Vielleicht sind Fotos deshalb so wichtig für mich. Sie halten etwas fest, was sonst aus meiner Erinnerung verschwinden würde, die Zeiten, in denen ich am Außen teilgenommen habe, den Sonnenschein, das Lachen, die Kunst, die Natur, die Musik.

Es wird wieder solche Zeiten geben, und dann werde ich wieder Bilder machen. Für mich, für meine Erinnerung an das Außen.

K… wie Konflikte

Diese Woche war sehr anstrengend.

Als ich meiner Therapeutin davon erzählte – wir hatten nur drei Wochen Pause! – kam es mir vor, als wären dazwischen Monate gewesen, so viel hatte sich ereignet.

Ich will alles wissen!

A.. wie Anvertrauen

Weiss Euer Umfeld um Eure Depression und alles, was dazugehört, Therapie, Medikamente, Tiefs?

Eure Familie?

Enge Freunde?

Bekannte?

Kollegen?

Ich tu mich sehr schwer damit, offen zur Depression zu stehen. Nur meine engsten Menschen wissen Bescheid, und selbst bei ihnen erlebe ich manchmal Reaktionen, die ich nicht hilfreich finde.

Wie haltet Ihr das? Wie hat sich das entwickelt?

Über jedes Feedback würde ich mich sehr freuen.

Traumdeutung: Catch me I’m falling.

Teil 2: Hinfallen.

Ein Traum, der so häufig abläuft, dass ich es belastend finde, und mich schon länger frage, ob es nicht auch organische Ursachen hat, z.B. Knieschmerzen. Aber erstmal der Traum.

Ich falle. Stürze auf die Knie. Komme nicht wieder hoch. Versuche mühsam, wieder auf die Beine zu kommen, ziehe mich an der Ampel hoch u.ä. Aber ich stehe nur sehr staksig und komme kaum vorwärts.

Manchmal sind andere Menschen in der Nähe, aber niemand hilft mir auf. Manchmal gehe ich Menschen, die ich kenne, hinterher – niemand wartet auf mich, ich verliere den Anschluss.

OK, eine offensichtliche Deutungsmöglichkeit hat etwas mit meiner Depression zu tun, dem Gefühl, in ein Loch zu fallen, aus dem ich mich kaum und nur unter größter Anstrengung befreien kann, der Angst, mein Leben zu verpassen, dem Empfinden, von allen im Stich gelassen zu sein.

Aber vielleicht drückt mein Unterbewusstes sich ja auch viel kreativer aus und die Botschaft ist eine ganz andere? Alles andere wäre ja fast beleidigend langweilig 😉

Expertinnen und Experten vor, nur Mut, einfach wüst spekulieren ist erlaubt!

Q… wie Quälerei

Ich weiss, dass ich mir keine harmlosen Liebeskomödien anschauen darf. Weil die mir nicht guttun. Weil ich zwar weiss, dass Filme größer sind als das Leben, schöner, romantischer, und immer mit der passenden Musik, aber trotzdem das Gefühl zurückbleibt: das will ich auch. Aber das werde ich nie haben.

Ich glaube nicht mehr, dass die Liebe und ich füreinander gemacht sind. Aber da ich nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt laufen kann, werde ich immer wieder daran erinnert, dass andere das haben, was ich mir so lange schon wünsche. Die Nachbarn. Die Leute im Café oder auf dem Spaziergang. Die Mitsportler. Soviel schlimmer ist ein Liebesfilm dann auch nicht mehr.

Aber gut, gut tut mir das nicht.

M… wie Müdigkeit

Diese Woche war ziemlich anstrengend. Ich bin wahnsinnig müde, aber heute nacht war auch wenig Schlaf drin, weil ich zwei Hypos hatte. Ist wie ein Säugling, nur mit weniger Geschrei.

Auf Entlastung in der Arbeit werde ich wohl noch eine Weile warten müssen. Ich hoffe sehr auf den Einsatz von Chef-Chef, denn Chefin kriegt es nicht gebacken. Stattdessen jammert sie sich noch bei mir aus. Wie ich das hasse.

Es muss sich dringend was ändern, denn so macht mich der Laden kaputt.

Ich mache brav Meditation, Yoga und Sport, und dennoch hält deren Effekt nur kurz an.

Ich bin traurig, müde, allein. „Eyerybody needs somebody to love“. Und trotzdem tun immer alle so, als sollte ich das Alleinleben einfach so wegstecken können. Ich sehne mich nach Berührungen, Zuwendung, Gesprächen, Zärtlichkeit. Man kann sich nun mal nicht wirklich gut selbst umarmen.